Schafzuchtverband St. Gallen

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Schlussbericht: 101. Ostschweizerischer Widder- und Zuchtschafmarkt Sargans


Am Sonntagabend, am 28. September 2014 ging der 101. Ostschweizerische Widder- und Zuchtschafmarkt Sargans zu Ende. Die Marktkommission unter der Leitung von Marktpräsident Martin Keller blickt mit Freude und Stolz auf diesen Anlass zurück welcher das neue Jahrhundert der Schafausstellungen in Sargans einläutete.

Nach einer mehrjährigen Odyssee durch das Rheintal und das Sarganserland kehrte der traditionsreiche Anlass zurück in die Markthalle Sargans und damit auch in die namensgebende Gemeinde. Weit über 600 Tiere der vier Rassen Weisses Alpenschaf WAS, Braunköpfiges Fleischschaf BFS, Texel TEX und Schwarzbraunes Bergschaf SBS waren angemeldet und wurden von ihren Züchtern dann auch in der neuen Halle am Fusse des Gonzen präsentiert. Die schmucke Markthalle trug viel zur einwandfreien Präsentation der prächtigen Tiere bei. Einmal mehr zeigte sich, dass die Qualität der aufgeführten Tiere schweizweit ihresgleichen sucht und dass sich die Spitze der Schafzucht am letzten Septemberwochenende in Sargans misst. Prächtige, markante Zuchtwidder, leistungsstarke Zuchtauen und hoffnungsvolle Jungschafe wurden von den Schafschauexperten des Schweizerischen Schafzuchtverbandes am Samstagvormittag einer kritischen Beurteilung unterzogen. Für den Abteilungssieg in den einzelnen Alterskategorien, kamen jeweils nur Tiere in Frage die sich punktgenau am Ausstellungstag in einer hervorragenden Verfassung befinden und beinahe perfekt den jeweiligen Rassenanforderungen entsprechen. Über Sieg oder Ehrenplatz entschieden klitzekleine Nuancen, was die Arbeit der Jury, angeführt von Joseph Ming aus Hünenberg See ZG, zu eine äusserst anspruchsvollen Angelegenheit werden liess.

Bei der Marktöffnung am Samstag um 14.00 Uhr strömten Aussteller und Besucher aus allen Regionen der Schweiz in die lichtdurchflutete Ausstellungshalle. Bald schon herrschte ein emsiges Treiben in den Gängen zwischen den einzelnen Pferchen und angeregte Diskussionen nahmen ihren Lauf. Am späten Nachmittag standen dann die Spezialwettbewerbe auf dem Programm welche zahlreiche Zuschauer rund um den Vorführring lockten. Dem wunderschönen Herbstwetter Rechnung tragend, entschied sich die Marktkommission kurzerhand für eine Durchführung des Genossenschafts-Cups und der Miss- und Misterwahlen in der Abendsonne, mit dem Gonzen und den Sarganserländer Alpen im Blickfeld; eine einmalige Kulisse welche dem Anlass eine ganz spezielle Atmosphäre bescherte.

Beim Genossenschafts-Cup, einem Gruppenwettbewerb mit fünf Schafen von mindestens zwei Ausstellern konnten die Sieger des vergangenen Jahres ihre Titel verteidigen. Sowohl der Schafzuchtverein Flums-Grossberg beim Braunköpfigen Fleischschaf BFS als auch die Schafzuchtstation Rizzi aus Luzein beim Weissen Alpenschaf durften sich erneut als Sieger feiern lassen, wenn jeweils auch nur mit einem hauchdünnen Vorsprung auf die ersten Verfolger. Die Zuschauer rund um den Vorführring bekamen Zuchtschafe der Spitzenklasse zu Gesicht. Die beiden Schafzuchtexperten, der Walliser German Kalbermatter und der Zentralschweizer Joseph Ming wurden um ihre Aufgabe nicht beneidet, lösten diese aber mit grosser Souveränität und manch launigem Spruch und boten somit ausgezeichnete Unterhaltung.

Der absolute Höhepunkt stand im Anschluss auf dem Programm, nämlich die Miss- und Misterwahl bei den WAS- und BFS-Schafen. Zur Wahl zugelassen waren nur Tiere welche eine Kategorie für sich entscheiden konnten und dabei mit der Maximalpunktzahl bewertet wurden. Erwartungsgemäss (und nach einem Blick in die Ausstellungshalle wenig überraschend) präsentierte sich das Beste was die Schweizer Schafzucht im Moment zu bieten hat im Sägemehlring, dementsprechend gross war die Freude bei den Siegern, Jubelschreie hallten ins weite Rund wenn die Entscheidung fiel.

Der Marktkommission des 101. Ostschweizerischen Widder- und Zuchtschafmarktes Sargans und ihren Helfern ist es ohne Zweifel gelungen, einen Start für die nächsten 100 Jahre des Traditionsanlasses im Sarganserland auf die Beine zu stellen, der Publikum und Aussteller gleichermassen zu begeistern vermochte und der in jeder Hinsicht die Messlatte für Veranstaltungen dieser Art ein klein wenig höher legt.