Schafzuchtverband St. Gallen

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Delegiertenversammlung des St. Gallischen Schafzuchtverbandes vom 10. Februar 2013 in Schänis


Am Sonntag 10. Februar 2013 luden der St. Gallische Schafzuchtverband zusammen mit dem Schafzuchtverein Linthgebiet als Organisatorin zur kantonalen Delegiertenversammlung. Rund 80 Gäste und Delegierte fanden an diesem traumhaft schönen Wintersonntag den Weg ins altehrwürdige Gasthaus Bahnhof in Schänis. Verbandspräsident Martin Keller aus Buchs durfte eine interessante und aktive Versammlung leiten.

Ein erstes Mal gingen die Emotionen der Delegierten hoch, als Geschäftsführer Mathias Rüesch aus St. Margrethen im Zusammenhang mit dem Budget 2013 auf den 100. Ostschweizerischen Widder- und Zuchtschafmarkt Sargans zu sprechen kam. Für den Vorstand des St. Gallischen Schafzuchtverbandes ist es klar, dass dieses Jubiläum in Sargans oder zumindest im Sarganserland durchgeführt wird. Die höchst unbefriedigende Situation mit dem immer wieder verschobenen und hinausgezögerten Wiederaufbau der Markthalle in Sargans stösst aber bei den Schafzüchtern nur noch auf Unverständnis. In mehreren Wortmeldungen wurde diese Gefühlslage treffend beschrieben. Die Schafzüchter, mit Ihren Organisationen mehrheitlich auch Genossenschafter der Markthalle, sind gewillt ihre Stimmrechte entsprechend zu nutzen um klare Antworten auf die vielen offenen Fragen im Zusammenhang mit Markthalle zu erhalten.

Für den zurück getretenen Revisor Reto Hanselmann aus Malans wählten die Delegierten einstimmig Roland Tschudi aus Uznach. Dieser wurde gleichzeitig als Schafschauexperte gewählt, hat er doch im vergangenen Jahr die entsprechende Prüfung des Schweizerischen Schafzuchtverbandes mit Bravour bestanden. Im Zusammenhang mit den diversen Leistungsprüfungen, welche bei den Zuchtschafen eine immer grössere Bedeutung erhalten ist es für den Verband äusserst wichtig über junge und engagierte Fachkräfte zu verfügen die über das notwendige Fachwissen verfügen.

Genau wissen wollten es die Schafzüchter, als es um das Aufnahmegesuch des St. Gallischen Schafhaltervereins als weiteres Mitglied des St. Gallischen Schafzuchtverbandes ging. Präsident Martin Keller machte deutlich, dass die gemeinsamen Themen und Herausforderungen welche die Schäfeler bewegen nur mit der gegenseitigen Unterstützung in Angriff genommen und angepackt werden können. Nach der Klärung einiger Detailfragen stimmten die Delegierten des St. Gallischen Schafzuchtverbandes diesem Aufnahmegesuch einstimmig zu. Damit kommen Schafzüchter und Schafhalter einer Branchenorganisation Schafe im Kanton einen Schritt näher und werden zu einem immer gewichtigeren Verhandlungspartner in Angelegenheiten welche einen unmittelbaren Einfluss auf die Schafhaltung haben.

Für Sorgenfalten sorgt das Wolfsrudel im Calandagebiet. Mit grosser Skepsis beobachten die Schafzüchter die Entwicklung welche sich hier abzeichnet, wohl wissend dass der kommende Sommer eine riesige Herausforderung für die Alpbewirtschafter und Alpbestösser im St. Galler Oberland wird. Noch herrscht in vielen Belangen Unsicherheit, sicher ist einzig dass die Schafzucht nicht bereit ist ihre Tiere dem Räuber auf dem Silbertablett zu präsentieren. Erste Massnahmen sind bereits eingeleitet, weitere Aufklärung und Hilfestellung von Seiten der zuständigen Ämter und Organisationen tut aber dringend Not.

Das Jahresprogramm 2013 des St. Gallischen Schafzuchtverbandes ist reich gespickt mit interessanten Anlässen rund um die Schafzucht. So steht am 24. Februar 2013 die Sie- und Er-Ausstellung in Oberriet an und im Rahmen der Tier- und Technik vom 21. – 24. Februar 2013 in St. Gallen die Ausstellung der OIF-Schafe. Neben den Beständeschauen der einzelnen Schafzuchtvereine im Herbst wird die erwähnte Jubiläumsausgabe des Ostschweizerischen Widder- und Zuchtschafmarktes Sargans den unbestrittenen Höhepunkt des Verbandsjahres bilden.

An der Delegiertenversammlung in Schänis kamen auch die innovativen Ideen zur Sprache, welche ihren Ursprung im Verbandsgebiet haben und die Schafzüchter etwas positiver in die Zukunft blicken lassen. Einerseits berichtete Verbandspräsident Martin Keller vom Projekt Alplamm bei welchem im vergangenen Herbst zum wiederholten Mal in Folge viele Lämmer aus dem Kanton St. Gallen vermarktet wurden. Bei diesem Projekt zeigte sich sehr deutlich, das die Nachfrage nach qualitativ hoch stehendem und in der Region produziertem Lammfleisch erfreulich hoch ist. Lämmer aus dem Verbandsgebiet welche den Sommer auf Ostschweizer Alpen verbrachten, wurden zusammen mit einem Grossverteiler vermarktet. Mit Stolz durften die St. Galler Lammfleischproduzenten miterleben, wie das Fleisch regen Absatz fand. Zu diesem Thema äusserte sich auch Christian Bohl welcher dieses Projekt von Seiten des Schweizerischen Bauernverbandes betreut und für die kommende Alpsaison weitere Verbesserungen versprach welche die Erfolgsgeschichte Alplamm noch erfolgsversprechender machen sollen.

Desweiteren berichtete Martin Keller vom Label Swiss Wool welches ebenfalls mit zahlreichen cleveren Ideen das Produkt Schweizer Schafwolle wieder salonfähig und gar etwas trendy macht. Kämpften die St. Galler Schafzüchter und auch ihre Kollegen aus der übrigen Schweiz mit der fehlenden Nachfrage nach diesem Produkt so wird dieses mittlerweile wieder in vielen hochwertigen Produkten verarbeitet und trägt zu deren Veredelung bei.

Ein Höhepunkt der diesjährigen Delegiertenversammlungen bildete die Ehrung von langjährigen Zuchtbuchführern welche für ihr grosses Engagement im Namen der Schafzucht die wohlverdiente Würdigung erhielten. Meist sind sie die Seele des örtlichen Schafzuchtvereines und sorgen mit ihrem Einsatz für dessen Wohlergehen. Seit 10 Jahren ist Beat Rohner aus Gossau in dieser Funktion beim Schafzuchtverein St. Gallen im Einsatz, Heinz Zweifel aus Schänis bereits während 15 Jahren beim gastgebenden Schafzuchtverein Linthgebiet.

Die positive öffentliche Wahrnehmung ihrer Produkte, das stimmige Ambiente am Tagungsort und die rührige Gastfreundschaft der Schäfler aus dem Linthgebiet animierte die anwesenden Delegierten und Gäste auch noch lange nach Versammlungsschluss zu angeregten Diskussionen und lassen darauf hoffen, dass die St. Galler Schafzüchter weiterhin mit zukunftsweisenden Ideen ihren Erfolg selber in die Hand nehmen.