Schafzuchtverband St. Gallen

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Delegiertenversammlung des St. Gallischen Schafzuchtverbandes vom 12. Februar 2012 in Grabs


Am Sonntag 12. Februar 2012 luden der St. Gallische Schafzuchtverband zusammen mit dem Schafzuchtverein Grabs als Organisatorin zur kantonalen Delegiertenversammlung. Über 100 Gäste und Delegierte fanden den Weg in die Mehrzweckhalle Unterdorf im winterlich kalten Grabs am Fuss der Margelchopfes.

Die Verbandsgeschäfte gaben zu keinerlei Diskussionen Anlass und wurden dementsprechend zügig abgewickelt, Präsident Martin Keller aus Buchs leitete die Delegiertenversammlung in seiner gewohnt ruhigen und souveränen Art. Der Geschäftsführer Mathias Rüesch aus St. Margrethen musste bei der Abrechnung des 98. Ostschweizerischen Widder- und Zuchtschafmarkts Sargans eine Vermögensverminderung konstatieren. Diese Tatsache findet ihren Ursprung hauptsächlich im Brand der Markthalle Sargans welche die Marktkommission einerseits zu einem raschen Handeln in Bezug auf Marktkonzept und Durchführungsort zwang und zum anderen mit zusätzlichen finanziellen Aufwendungen konfrontierte. Erfreulich war immerhin das Echo der Züchter und der Aussteller welche den Markt am Ersatzstandort in Oberriet mit einem sehr positiven Feedback bedachten.

Konsequente Sparmassnahmen und eine rigorose Budgettreue haben es im Jahr 2011 wiederum möglich gemacht, dass Geschäftsführer Mathias Rüesch einen Zuwachs des Verbandsvermögens vermelden durfte. Einstimmig sprachen sich die anwesenden Delegierten dafür aus, den kompletten Betrag von CHF 3'000.00 in den geplanten Neubau der Markthalle in Sargans zu investieren, in Form von Anteilscheinen welche gezeichnet werden sollen. Der Vorstand des St. Gallischen Schafzuchtverbandes glaubt immer noch dass eine solche Halle in Sargans notwendig ist und verfolgt mit Befremden die momentane Standortdiskussion. Die Hoffnung, dass die 99. Austragung des traditionsreichen Ostschweizerischen Widder- und Zuchtschafmarktes Sargans am 22. und 23. September 2012 wieder an seinem namensgebenden Standort stattfindet, besteht noch immer.

Das weitere Jahresprogramm 2012 ist ebenfalls reich gespickt mit interessanten Anlässen rund um die Schafzucht. So steht am 26. Februar 2012 die Sie- und Er-Ausstellung in Oberriet an und im Rahmen der Tier- und Technik vom 23. – 26. Februar 2012 in St. Gallen die Ausstellung der OIF-Schafe. Einer der Schwerpunkte im Verbandsjahr wird die verstärkte Einbindung der Schafhalter im Kanton St. Gallen sein. Zu diesem Zweck organisiert der St. Gallische Schafzuchtverband am 23. März 2012 im LZSG Salez eine Informationsabend. Dieser Anlass soll Schafzüchtern und Schafhaltern die Möglichkeit geben über gemeinsame Herausforderungen und Schwierigkeiten zu diskutieren. Themen wie Sömmerung, Herdenschutz, die Vermarktung des Lammfleischs oder auch des nachwachsenden Rohstoffes Wolle bilden eine gemeinsame Basis und sind Anknüpfungspunkte für eine verstärkte Zusammenarbeit.

An der Delegiertenversammlung in Grabs kamen auch die innovativen Ideen zur Sprache, welche ihren Ursprung im Verbandsgebiet haben und die Schafzüchter etwas positiver in die Zukunft blicken lassen. Einerseits berichtete Verbandspräsident Martin Keller vom Projekt Alplamm bei welchem im vergangenen Herbst auch viele Lämmer aus dem Kanton St. Gallen vermarktet wurden. Bei diesem Projekt zeigte sich sehr deutlich, das die Nachfrage nach qualitativ hoch stehendem und in der Region produzierten Lammfleisch erfreulich hoch ist. Lämmer aus dem Verbandsgebiet welche den Sommer auf Ostschweizer Alpen verbrachten, wurden zusammen mit einem Grossverteiler vermarktet. Mit Stolz durften die St. Galler Lammfleischproduzenten miterleben, wie das Fleisch reissenden Absatz fand. Martin Keller der dieses Projekt tatkräftig förderte und mit grossem persönlichen Einsatz zum Erfolg beitrug konnte verkünden, dass dieses Projekt im kommenden Jahr erneut ausgeweitet werden soll. Nachdem das Pilotprojekt im Jahr 2010 ausschliesslich die Ostschweiz umfasste, wurde das Projekt Alplamm im Jahr 2011 auch in grossen Teilen der restlichen Deutschschweiz zum Erfolg und jetzt steht für den Alpsommer 2012 der Sprung über dem Röstigraben in die Westschweiz auf dem Fahrplan.

Des weiteren berichtete Martin Keller vom Label Swiss Wool welches ebenfalls mit zahlreichen cleveren Ideen das Produkt Schweizer Schafwolle wieder salonfähig und gar etwas trendy macht. Kämpften die St. Galler Schafzüchter und auch ihre Kollegen aus der übrigen Schweiz mit der fehlenden Nachfrage nach diesem Produkt so wird dieses mittlerweile wieder in vielen hochwertigen Produkten verarbeitet und trägt zu deren Veredelung bei. Martin Keller durfte gar von der Nominierung für den Agropreis 2011 berichten. Anlässlich der Olma 2011 wurde dieser Preis verliehen, Swiss Wool war unter den vier Nominierten und auch wenn die Trophäe schlussendlich in anderen Händen landete, wurde deutlich welche Akzeptanz der Wolle neuerdings wieder zuteil wird.

Einen speziellen Höhepunkt der diesjährigen Delegiertenversammlungen bildete die Ehrung von langjährigen Zuchtbuchführern welche für ihr grosses Engagement im Namen der Schafzucht die wohlverdiente Würdigung erhielten. Meist sind sie die Seele des örtlichen Schafzuchtvereines und sorgen mit ihrem Einsatz für dessen Wohlergehen. Seit 10 Jahren sind Barbara Abderhalden aus Ebnat-Kappel und Hans Stucky aus Sargans in ihrem Amt tätig, 20 Jahre sind es bei Anton Bossart aus Gossau und Elmar Wüst aus Oberriet. Auf gar 25 Jahre Zuchtbuchführertätigkeit können Bernhard Wyss aus Mels und Konrad Zellweger aus Diepoldsau zurück blicken, stolze 30 Jahre Nikolaus Bless aus Berschis und Anton Bruhin aus Gams.

Eine logische Folge des Schaffensdrangs und der innovativen Tatkraft der Verbandsspitze war die diskussionslose und einstimmige Wiederwahl sämtlicher Vorstandsmitglieder des St. Gallischen Schafzuchtverbandes. Markus Eggenberger aus Grabs, Hans Pernet aus Haag, Präsident Martin Keller aus Buchs und Geschäftsführer Mathias Rüesch aus St. Margrethen wurden für eine weitere Amtsperiode bestätigt. Für den zurückgetretenen Wolfgang Willi aus Mels wählten die Delegierten neu René Marquart aus Flums-Hochwiese in den fünfköpfigen Vorstand. Barbara Abderhalden aus Ebnat-Kappel und Reto Hanselmann aus Malans wurden ebenso glanzvoll in ihrer Funktion als Revisoren wieder gewählt.

Die positive öffentliche Wahrnehmung ihrer Produkte, das stimmige Ambiente am Tagungsort und die rührige Gastfreundschaft der Grabser Schäfler animierte die anwesenden Delegierten und Gäste auch noch lange nach Versammlungsschluss zu angeregten Diskussionen und lassen darauf hoffen, dass die St. Galler Schafzüchter auch in Zukunft mit zukunftsweisenden Ideen ihren Erfolg selber in die Hand nehmen.