Schafzuchtverband St. Gallen

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97. Ostschweizerischer Widder- und Zuchtschafmarkt Sargans - Schlussbericht


Am Wochenende vom 25. bis 26. September 2010 war die Markthalle School in Sargans Austragungsort des 97. Ostschweizerischen Widder- und Zuchtschafmarktes. 135 Aussteller hatten für diesen Grossanlass etwas über 700 Tiere der Rassen Weisses Alpenschaf, Braunköpfiges Fleischschaf, Schwarzbraunes Bergschaf und Texel in verschiedenen Altersklassen und Kategorien angemeldet.

Besonders beachtenswert war dieses Jahr die hohe Qualität der aufgeführten Tiere. Wer einen der begehrten Ehrenpreise ergattern wollte, musste schon über ein absolutes Spitzentier verfügen um eine Kategorie für sich entscheiden zu können. Es waren ausnahmslos vorzügliche Tiere welche sich zum entscheidenden Zeitpunkt in der bestmöglichen Verfassung präsentierten, die schliesslich in der Rangliste zuoberst platziert waren. Marktleiter Mathias Rüesch durfte zudem feststellen, dass erfreulich viele neue Aussteller das erste Mal mit ihren Tieren den Weg nach Sargans wagten. Speziell beim Braunköpfigen Fleischschaf BFS war die Zunahme bemerkenswert.

Trotz der momentan herrschenden Tiefstpreise auf dem Schlachtschafmarkt entwickelte sich kurz nach Marktöffnung am Samstagnachmittag ein reger Handel bei dem manches Tier einen neuen Besitzer fand. Selbstverständlich war die unbefriedigende Preissituation für Schlachtlämmer auch bei den Ausstellern ein dominantes Gesprächsthema, Hoffnung schöpfen die Ostschweizer Schafzüchter aus dem Projekt Alplamm, welches sie zusammen mit einem Grossverteiler gestartet haben. Dabei gelangen Lämmer welche den Sommer auf Bündner und St. Galler Alpen verbracht haben und dabei das Schlachtgewicht erreichten in den nächsten Wochen speziell gekennzeichnet in den Handel und schlussendlich auf die Ostschweizer Küchentische. Daneben dient der Ostschweizerische Widder- und Zuchtschafmarkt auch als wunderbare Gelegenheit, die Arbeit der Schafzüchter und Schafhalter kennen zu lernen. An einem Anlass wie diesem werden Kontakte gepflegt und geknüpft, Tiere und Resultate verglichen, Abstammungen von Widdern und Zuchtschafen diskutiert.

Besondere Unterhaltung versprach dann der Genossenschafts-Cup am Sonntag Vormittag. Dabei handelt es sich um einen Wettbewerb, bei dem die einzelnen Schafzuchtorganisationen mit Tieren in fünf verschiedenen Kategorien im Ring direkt konkurrieren. Dem erfahrenen Experten Joseph Ming fiel die Aufgabe zu, die Rangierung vorzunehmen. Spannung machte sich breit, wenn er jeweils die Tiere einreihte, die angeregten Diskussionen rund um den Ring zeigten, dass auch das Publikum eifrig mitfieberte und fachsimpelte. Am Schluss einer äusserst spannenden und extrem knappen Ausmarchung setzte sich der Schafzuchtverein aus Buchs beim Braunköpfigen Fleischschaf durch. Dabei musste Joseph Ming infolge von Punktegleichheit einen Stichentscheid fällen und verwies aufgrund des für ihn stimmigeren Gesamtbildes den Schafzuchtverein Flums-Grossberg auf den zweiten Rang. Beim Weissen Alpenschaf gelang es der Schafzuchtstation Küblis in beeindruckender Manier den Wettbewerb für sich zu entscheiden. In sämtlichen fünf Kategorien stellte sie das Siegertier und verwies dabei den bisherigen Seriensieger aus Buchs deutlich in die Schranken. Den zweiten Platz errang der Schafzuchtverein Bischofszell und Umgebung und Dritte wurden punktgleich die Schafzüchter aus Buchs und diejenigen aus dem Appenzeller Vorderland. Damit hat der Wettbewerb in seiner achten Austragung den zweiten Sieger erhalten – schon jetzt verspricht die kommende Austragung einiges an Spannung.

Die Marktkommission freut sich nicht zuletzt auch wegen diesen packenden Momenten rund um den Sägemehlring bereits jetzt auf die 98. Austragung des Ostschweizerischen Widder- und Zuchtschafmarktes in Sargans und hofft, dass wiederum viele Schafzüchter die Gelegenheit benützen, ihre Tiere, ihre Passion, am Fusse des Gonzen einem breiten Publikum zu präsentieren. Die diesjährige Austragung hat einmal mehr bewiesen, dass der Markt in Sargans, dank seiner ausgezeichneten Organisation und des reibungslosen Ablaufes stets ein Besuch wert ist.