Schafzuchtverband St. Gallen

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Alpwanderung des St. Gallischen Schafzuchtverbandes auf die Thüringer Schafalpe


Am Sonntag 11. Juli 2010 lud der St. Gallische Schafzuchtverband zusammen mit dem Vorarlberger Schafzuchtverband als Organisator zur traditionellen Alpwanderung. Rund 150 mit der Schafzucht verbundene Gäste aus den Kantonen St. Gallen, beider Appenzell und Graubünden nahmen diese Einladung gerne an und verbrachten einen einmaligen Tag im grenznahen Klostertal in Österreich.

Die rund 200 vorgestellten Schafe, ein Teil der 550 aufgetriebenen Tiere präsentierten sich in einem ausgezeichneten Nährzustand und erfreuten so manches Schäferherz. Die Herde besteht aus Weissen Alpenschafen und aus Tieren der Rassen Merino, Schwarzbraunes Bergschaf und Rouge de l’Ouest. Die Fruchtbarkeit, die Mastfähigkeit und damit die Wirtschaftlichkeit stehen bei der Zusammenstellung dieser Herde im Vordergrund, was die Rassenwahl deutlich unterstreicht. Alppächter Herbert Witzigmann und Alpbestösser Urs Frei treiben ihre Tiere jeweils Mitte Juni auf. Der Alpsommer auf der Thüringer Schafalpe dauert in der Regel bis Mitte September. Herbert Witzigmann aus Hohenems bewirtschaftet die Schafalpe bereits seit 34 Jahren, Alpbewirtschafter Urs Frei aus Diepoldsau sömmert den grösseren Teil seiner weit über tausendköpfigen Herde auf einer weiteren Schafalp in Vorarlberg.

Der Geschäftsführer des Vorarlberger Schafzuchtverbandes, Thomas Fitsch, informierte im Rahmen der Alpvorstellung über die Besonderheiten der Thüringer Schafalpe, stellte aber auch die Alpen im Umkreis kurz vor. Das herrliche Bergpanorama und der strahlende Sonnenschein ermöglichten einen wunderbaren Rundumblick über die Vorarlberger Alpen. Die Schafalpung ist von grosser Bedeutung in den hochgelegenen Regionen Vorarlbergs, trägt sie doch wesentlich zur Verhinderung der grossflächigen Verbuschung und damit zur Lawinensicherung bei. Unter diesen Gesichtspunkten dürften gerade auf die Thüringer Schafalpe deutlich mehr Tiere aufgetrieben werden, sind doch grosse Flächen der total 1500 Hektaren umfassenden Alpfläche bereits verwachsen mit Buschwerk und Alpenrosen und damit als Weide nicht mehr von hoher Attraktivität. Daneben liess Thomas Fitsch die Schweizer Gäste an der Schafzucht in Österreich teilhaben, deren Besonderheiten und Herausforderungen. Speziell erwähnte er auch die Zusammenarbeit mit den Schweizer Schafzüchtern, zum Beispiel im Bereich der Wollverwertung.

Anschliessend an die Ausführungen zur Schafzucht las Pfarrer Mihai Horvath aus Ludesch eine traditionelle Bergmesse unterstützt vom Franziskanerchor aus Bludenz der seine sakralen Gesänge inmitten der Alpweiden anstimmte.

Der St. Gallische Schafzuchtverband freut sich zusammen mit dem Vorarlberger Schafzuchtverband über einen gelungenen und geselligen Sonntag inmitten der wundervollen Bergkulisse im grenznahen Österreich der das gute Einvernehmen und den Zusammenhalt der organisierten Schafzüchter in der Ostschweiz einmal mehr eindrücklich unterstrich. Die jährliche Alpwanderung gibt den Interessierten immer wieder die Gelegenheit sich über die unterschiedlichsten Sömmerungskonzepte zu informieren und hat einen festen Platz im Kalender der Schafzüchter.