Schafzuchtverband St. Gallen

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Delegiertenversammlung des St. Gallischen Schafzuchtverbandes vom 07. Februar 2010 in Eschenbach


Am Sonntag 07. Februar 2010 lud der St. Gallische Schafzuchtverband zusammen mit der Schafzuchtgenossenschaft Ermenswil als Organisatorin zur kantonalen Delegiertenversammlung. Die stolze Schar von 82 Gästen und Delegierten fand den Weg in die schmucke und mit viel Liebe zum Detail geschmückte Mehrzweckhalle Dorftreff in Eschenbach.

Präsident Martin Keller durfte eine ruhige Delegiertenversammlung leiten. Die Verbandsgeschäfte wurden zügig abgewickelt. Dem Geschäftsführer Mathias Rüesch war es vergönnt sowohl beim Ostschweizerischen Widder- und Zuchtschafmarkt Sargans als auch bei der Verbandsabrechnung eine Vermögensvermehrung zu präsentieren. Konsequente Sparmassnahmen und eine rigorose Budgettreue haben es möglich gemacht, dass sich die Vermögenslage des St. Gallischen Schafzuchtverbandes wieder solide präsentiert. Was den Ostschweizerischen Widder- und Zuchtschafmarkt in Sargans betrifft, so zeigte der Geschäftsführer deutlich auf, dass in den vergangenen zwei Jahren zwar positive Ergebnisse erzielt wurden, dass der eingeschlagene Sparkurs aber aufgrund der negativen Ergebnisse der Vorjahre unbedingt beibehalten werden muss. Der Markt 2009 hat aber erfreulicherweise auch deutlich gemacht, dass die Schafzüchter aus der Ostschweiz mit ihrem Engagement und ihrer Unterstützung dafür sorgen, dass das Schmuckstück der Ausstellungsmärkte in der Ostschweiz auch in Zukunft strahlt.

Bei den anstehenden ausserordentlichen Wahlen musste das zurücktretende Vorstandsmitglied Johann Ladner aus Sevelen ersetzt werden. Einstimmig wählten die anwesenden Delegierten den bisherigen Revisoren Markus Eggenberger, Grabs. Mit dieser Wahl findet auch wieder ein Züchter des Braunköpfigen Fleischschafes Einsitz im Verbandsvorstand. Diese rassenspezifische Fachkompetenz fehlte in diesem Gremium in den vergangenen Jahren. Für den frei werdenden Sitz als Revisorin stellte sich Barbara Abderhalden aus Ebnat-Kappel zur Verfügung. Auch sie wurde einstimmig gewählt und ist damit die erste Frau welche ein offizielles Amt beim St. Gallischen Schafzuchtverband übernimmt.

Das Jahresprogramm 2010 ist bereits wieder reich gespickt mit interessanten Anlässen rund um die Schafzucht. So stehen am 21. Februar 2010 die Sie- und Er-Ausstellung in Oberriet an und im Rahmen der Tier- und Technik vom 25. – 28. Februar 2010 in St. Gallen die Ausstellung der OIF-Schafe. Im Herbst findet bereits der 97. Ostschweizerische Widder- und Zuchtschafmarkt Sargans statt und zwar am Wochenende vom 25. - 26. September 2010.

Den besonderen Höhepunkt der diesjährigen Delegiertenversammlungen bildete die Ehrung von langjährigen Zuchtbuchführern welche für ihr grosses Engagement im Namen der Schafzucht die wohlverdiente Würdigung erhielten. Pius Städler setzt sich bereits 10 Jahre im Schafzuchtverein Oberriet als Zuchtbuchführer ein, Annemarie Götte seit 15 Jahren beim Schafzuchtverein Wildhaus und Margrith Neff ist bereits seit 20 Jahren Zuchtbuchführerin des Schafzuchtvereines Fürstenland. Bartholomé Rissi aus Trübbach verfügt über 30 Jahre Erfahrung in diesem Amt, genau die Hälfte von Andreas Scherrer aus Müselbach. Seit 60 Jahren führt er gewissenhaft das Zuchtbuch der Schafzuchtgenossenschaft Nesslau-Krummenau, eine ausserordentliche Leistung wie sie wohl einmalig ist in der Schweiz. In seiner Dankesrede erzählte der Jubilar, dass er ausser dem allerersten Präsidenten – der sein Amt nur drei Jahre ausübte und dann aus der Gegend weg zog – alle Mitglieder und Funktionäre seiner Genossenschaft kenne und sich an sie erinnere. Der erste Zuchtbuchführer der Genossenschaft Nesslau-Krummenau habe sein Amt drei Jahre ausgeübt, der zweite dann immerhin dreizehn, seither aber sei er, Andreas Scherrer, für diese Aufgabe zuständig. Niemand im Saal konnte sich eines Schmunzelns erwehren bei den Anekdoten aus dem Leben des Zuchtbuchführers Andreas Scherrer.

In seinen weiteren Ausführungen nahm Präsident Martin Keller zum Schlachtschafmarkt Stellung, einem Thema das eine Vielzahl der Anwesenden naturgemäss stark beschäftigt. Er zeigt die herrschenden Marktmechanismen auf und schilderte die Bemühungen seitens des Schweizerischen Schafzuchtverbandes, Lammfleisch als attraktive Alternative auf dem Grill und in der Küche zu positionieren. Dass die Qualität des einheimischen Lammfleischs herausragend ist, darüber sind sich Produzenten und Konsumenten einig, man denke beispielsweise nur an die Alplämmer welche hierzulande produziert werden und eigentlich nur noch entsprechend vermarktet werden müssen. Ebenfalls streifte Martin Keller den Rohstoff Wolle, ein weiteres Produkt welches das Schaf liefert und jetzt in der Schweiz unter dem Label Swiss-Wool neu lanciert wird. Die einheimische Schweizer Wolle soll so den Weg auf den Schweizer Markt finden, sei es als Dämmstoff oder in anderen Produkten. Auch hier sind die Produzenten gefordert, zusammen zu stehen und ihren qualitativ hochstehenden Rohstoff entsprechend auf dem Markt zu platzieren.

Jodelgesänge, Schwyzerörgelimusik und ein Film des Zuchtbuchführers Pius Kuster der organisierenden Schafzuchtgenossenschaft mit Reiseimpressionen aus Neuseeland (Schafe, Schafe, Schafe…) rundeten eine allseits gelungene Delegiertenversammlung des St. Gallischen Schafzuchtverbandes ab.