Schafzuchtverband St. Gallen

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Delegiertenversammlung des Verbandes St. Gallischer Schafzuchtgenossenschaften vom 08. Februar 2009 in Niederbüren


Am Sonntag 08. Februar 2009 lud der Verband St. Gallischer Schafzuchtgenossenschaften zusammen mit dem Schafzuchtverein Untertoggenburg-Wil als Organisator zur kantonalen Delegiertenversammlung. Die stolze Schar von 85 Gästen und Delegierten fand den Weg ins verschneite Niederbüren.

Präsident Martin Keller durfte eine spannende Delegiertenversammlung mit angeregten Diskussionen leiten. Besonderen Grund zur Freude hatte Geschäftsführer Mathias Rüesch, der nach mehreren finanziell schwierigen Jahren sowohl eine positive Verbandsrechnung als auch eine positive Schlussrechnung des Ostschweizerischen Widder- und Zuchtschafmarktes Sargans präsentieren durfte.

Bei den anstehenden Wahlen mussten die zurücktretenden Vorstandsmitglieder Othmar Wachter, Mels und Othmar Grünenfelder, Wangs ersetzt werden. Einstimmig wählten die Delegierten die beiden bisherigen Revisoren Johann Ladner, Sevelen und Wolfgang Willi, Mels als Nachfolger. Die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden ebenfalls einstimmig wieder gewählt: Hans Pernet, Haag, Mathias Rüesch, St. Margrethen und Präsident Martin Keller, Buchs. Als neue Revisoren stellten sich Markus Eggenberger, Grabs und Reto Hanselmann, Malans zur Verfügung. Sie wurden ebenfalls ohne Gegenstimme ins neue Amt gewählt.

Gesamthaft wurden die Verbandsgeschäfte speditiv abgewickelt, das Jahresprogramm 2009 beispielsweise ist bereits wieder reich gespickt mit interessanten Anlässen rund um die Schafzucht. Die traditionelle Alpwanderung welche dieses Jahr der Bünder Schafzuchtverband organisiert, führt die Schafzüchter zum Panixerpass auf eine Schafalp mit Herdeschutzhunden. Der Ostschweizerische Widder- und Zuchtschafmarkt Sargans steht am Wochenende vom 26. - 27. September 2009 auf dem Programm. Erfahrungsgemäss messen sich an diesem Markt hochwertige Schafe aus der ganzen Schweiz in allen Altersklassen und konkurrieren um einen Platz ganz an der Spitze.

Dann konnte der Präsident im Namen des Verbandes St. Gallischer Schafzuchtgenossenschaften langjährige Zuchtbuchführer für ihr grosses Engagement im Namen der Schafzucht würdigen. Maria Senn setzt sich bereits 10 Jahre in der Schafzuchtgenossenschaft Sennwald als Zuchtbuchführerin ein, Pius Kuster seit 15 Jahren in der Schafzuchtgenossenschaft Ermenswil und Rolf Hälg ist bereits seit 20 Jahren Zuchtbuchführer der Schafzuchtgenossenschaft Untertoggenburg-Wil. Als weiteren verdienten Schafzüchter ehrte der Verband den Experten René Nigg aus Buchs, der seine Expertentätigkeit aus beruflichen Gründen niederlegen muss. Viele Jahre setzte er sein Wissen auf den Schafschauplätzen ein und ist nach wie vor als versierter Fachmann weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt und geschätzt. Ebenfalls Ihre verdiente Ehrung erfuhren die beiden zurückgetretenen Vorstandsmitglieder Othmar Grünenfelder und Othmar Wachter.

So richtig zu Diskussionen regte dann aber der Antrag der Schafzuchtgenossenschaft Walenstadt WS an. Dabei stellte die Antragstellerin den Zwang für die organisierten Schafzüchter im Kanton St. Gallen in Frage, Mitglied beim BGK (Beratungsdienst Gesundheit für Kleinwiederkäuer) zu sein. Dieser Zwang wurde vor 10 Jahren an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung beschlossen und seither vom Verband und seinen Mitgliedern konsequent umgesetzt. Aber sowohl die antragstellende Schafzuchtgenossenschaft als auch viele der Delegierten die sich zu Wort meldeten, gaben ihrer Enttäuschung Ausdruck über den Stand der Monderhinkebekämpfung zum jetzigen Zeitpunkt. Alle Anwesenden sind sich einig, dass die Tiergesundheit absolut im Vordergrund stehen muss, nur der über den zu beschreitenden Weg wurde äusserst angeregt diskutiert. Die Befürworter des BGK-Zwangs waren der Ansicht, dass nur mit einer solchen Zwangsregelung Fortschritte erzielt werden. Bei den Befürwortern der Abschaffung des Zwangs war die grosse Skepsis mit der Arbeit und der Aufgabenerfüllung der ausführenden Organe des BGK spürbar. Trotz vieler Versprechungen fehlt vielen Züchtern die konkrete Unterstützung und die konkrete Umsetzung sinnvoller Massnahmen. Diese Meinung teilte die Mehrheit der anwesenden Delegierten und darum können ab sofort die Mitglieder des St. Gallischen Schafzuchtverbandes frei entscheiden, ob sie weiterhin Mitglied beim BGK sein wollen oder nicht. Dem Antrag der Schafzuchtgenossenschaft Walenstadt wurde zugestimmt. Dass die St. Galler Schafzüchter die Moderhinke aber als ernsthaftes Problem betrachten, dass es zu bekämpfen gilt zeigt die Tatsache, dass der Ostschweizerische Widder- und Zuchtschafmarkt Sargans auch weiterhin nur Tiere von Ausstellern akzeptiert, die aus Beständen stammen, die nach BGK-Richtlinien saniert sind.

Nach knapp vier Stunden konnte der Präsident Martin Keller die Delegiertenversammlung schliessen und zum anstehenden gemütlichen Teil überleiten, nicht ohne aber vorher dem organisierenden Schafzuchtverein Untertoggenburg-Wil für ihren vorbildlichen Einsatz zu danken.