Schafzuchtverband St. Gallen

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95. Ostschweizerischer Widder- und Zuchtschafmarkt Sargans 2008 – Schafe zum verlieben

Am Wochenende vom 27. bis 28. September 2008 war die Markthalle School in Sargans Austragungsort des 95. Ostschweizerischen Widder- und Zuchtschafmarktes. Beinahe 700 Tiere der drei Rassen Weisses Alpenschaf, Braunköpfiges Fleischschaf und Schwarzbraunes Bergschaf konkurrierten in verschiedenen Altersklassen und Kategorien untereinander. Spitzenschafzüchter aus der ganzen Schweiz stellten sich der anspruchsvollen Konkurrenz am Fusse des Gonzen. Und dieses Jahr war der Wetbewerb noch eine Spur härter als sonst, präsentierten sich die Tiere nach einem ausgezeichneten Alpsommer doch beinahe ausnahmslos in bester Verfassung und hervorragendem Nährzustand. Sozusagen ausser Konkurrenz startete eine Gruppe Walliser Schwarznasenschafe von Ernst Hanselmann aus Oberschaan als Showgruppe und sympathischer, urtümlicher Blickfang beim Eingang.

Am Samstag herrschte bereits ab 06.30 Uhr rund um die Markthalle School emsiges Treiben. Von nah und fern fuhren Traktoren und Jeeps mit Anhängern vor, Schaf um Schaf wurde in die Halle geführt. Die Ausstellungstiere mussten dabei den Vorschriften der Marktkommission und des kantonalen Veterinäramtes standhalten: Es durften zum zweiten Mal in Folge ausschliesslich Tiere aus Beständen aufgeführt werden durften, die nach dem BGK-Programm saniert und Moderhinkefrei sind. Daneben hatte jeder Aussteller den Nachweis der Impfung gegen die Blauzungenkrankheit beizubringen. Strengere Anforderungen bezüglich der Tiergesundheit stellt kein anderer vergleichbarer Ausstellungsmarkt in der ganzen Schweiz.

Kurz nach neun Uhr nahmen die sechzehn Experten sowie die drei Mitglieder des Oberpreisgerichts ihre Arbeit auf und bewerteten die aufgeführten Tiere. Bereits um 12.00 Uhr standen die Sieger der einzelnen Kategorien fest und um 12.30 wurden die Ranglisten verteilt. Schneller geht das in der ganzen Schweiz nicht, so der langjährige Bürochef Konrad Zellweger.

Bei Ausstellungs- und Markteröffnung entwickelte sich der Handel derart rasch und derart positiv, dass in den Gängen der Markthalle innert Kürze mancher hoch punktierte Zuchtwidder, manches viel versprechende Jungschaf den Besitzer wechselte. Der Ostschweizerische Widder- und Zuchtschafmarkt dient auch als wunderbare Gelegenheit, die Arbeit der Schafzüchter und Schafhalter kennen zu lernen. An einem Anlass wie diesem werden Kontakte gepflegt und geknüpft, Tiere und Resultate verglichen, Abstammungen von Widdern und Zuchtschafen diskutiert.

Der Schäfelerabend mit Preisverteilung und dem zum Tanz aufspielenden Martin Vogler am Samstagabend sorgte für zufriedene Gesichter und ausgezeichnete Stimmung. Die zahlreichen jungen Schafzüchterinnen und Schafzüchter die einen Ehrenpreis entgegennehmen durften, zeigen dass einem um die Schafzucht auch in Zukunft nicht Bange sein muss. Bei seinem Resümee zum Verlauf des Ostschweizerischern Widder- und Zuchtschafmarkt gab Marktpräsident Martin Keller aus Buchs seiner Gewissheit Ausdruck, zusammen mit der Marktkommission einen Anlass organisiert zu haben, der auf grossen Anklang stiess. Die zahlreichen Helfer in Stall und Festwirtschaft welche sich um das Wohl von Mensch und Tier kümmerten, haben ihre Arbeit einmal mehr mit grosser Hingabe ausgeführt und damit das ihre zu einem erfolgreichen 95. Ostschweizer Widder- und Zuchtschafmarkt beigetragen. Besonders zu erwähnen gilt es dabei den scheidenden, langjährigen Bürochef Konrad Zellweger aus Diepoldsau, der das Marktbüro zusammen mit seiner Frau Elsbeth während beinahe zweier Jahrzehnte leitete und den Markt entscheidend mitprägte. Ihm Rahmen einer stilvollen Ehrung wurden die beiden verabschiedet.

Besondere Spannung versprach dann der Genossenschafts-Cup am Sonntag Vormittag. Dabei handelt es sich um einen Wettbewerb, bei dem die einzelnen Genossenschaften mit Tieren in fünf verschiedenen Kategorien im Ring direkt konkurrieren. Dem Experten Walter Frick aus Lenggenwil fiel die Aufgabe zu, die Rangierung vorzunehmen. Spannung machte sich breit, wenn er jeweils die Tiere einreihte, die angeregten Diskussionen rund um den Ring zeigten, dass auch das Publikum eifrig mitfieberte und fachsimpelte. Am Schluss einer jeweils äusserst spannenden und extrem knappen Ausmarchung setzte sich die Schafzuchtgenossenschaft des Kanton Glarus beim Braunköpfigen Fleischschaft durch und bereits zum sechsten Mal in Folge konnte sich die Schafzuchtgenossenschaft Buchs WAS beim Weissen Alpenschaf als Siegerin feiern lassen, gefolgt von der Schafzuchtgenossenschaft Vilters.

Die Marktkommission freut sich nicht zuletzt auch wegen diesen spannenden Momenten rund um den Sägemehlring bereits jetzt auf die 96. Austragung des Ostschweizerischen Widder- und Zuchtschafmarktes in Sargans und hofft, dass wiederum viele Schafzüchter die Gelegenheit benützen, ihre Tiere, ihre Passion, einem breiten Publikum zu präsentieren. Die diesjährige Austragung hat einmal mehr bewiesen, dass der Markt in Sargans, dank seiner ausgezeichneten Organisation und des reibungslosen Ablaufes stets ein Besuch wert ist.